Im Allgäu sind die Nächte ruhig. Behaupten jedenfalls die, die rechtzeitig ins Bett gehen.
Die anderen wissen: Wenn zwischen den Bäumen plötzlich eine versunkene Burg auftaucht, sollte man nicht unbedingt davon ausgehen, dass dort jemand ein neues Wellnesshotel eröffnet.
Die Märzenburg ist zurück. Für eine einzige Nacht. Und aus ihren Mauern kommt eine rätselhafte Botschaft:
„Kommt nicht, um meinen Schatz zu holen. Kommt, um mich herauszuholen.“
Keine E-Mail. Keine Sprachnachricht. Die Einladung steht auf einem Baumblatt. Funktioniert auch im Funkloch.
Überbracht wird sie vom Blauhösler, einem vorlauten Kobold mit erheblichen Wohnproblemen. Früher saß er gemütlich hinter dem Ofen. Heute hat der Wirt eine Fußbodenheizung.
„Soll i jetzt unterm Estrich wohnen?“
Doch für die Sorgen des kleinen Hausgeistes bleibt zunächst wenig Zeit. Ein Burgfräulein wartet auf seine Erlösung – und Schimmels Mang erklärt sich sofort bereit. Der gutherzige Allgäuer Riese kann Bäume ausreißen und Felsen versetzen. Wo er hilft, sollte man allerdings vorher das gute Porzellan wegräumen.
Eine Frau aus einer Burg tragen? Für ihn klingt das nach einer Kleinigkeit vor dem Abendessen.
Herilo ist weniger überzeugt. Ihn interessiert, warum bisher jeder Rettungsversuch gescheitert ist. Und weshalb in der Einladung zwar von einem Schatz, aber mit keinem Wort von den möglichen Nebenwirkungen die Rede ist.
Also macht sich eine ziemlich ungewöhnliche Reisegesellschaft auf den Weg. Mit dabei: das Katzenweible von Mauerstetten, das sich weder fangen noch etwas sagen lässt. Die Führung übernimmt das Hornachmännle. Es kennt angeblich jede Abkürzung und duldet keine Zweifel an seiner Ortskenntnis.
„Sie haben Ihr Ziel erreicht.“
„Das ist ein Moor!“
„Keine Sorge. Über den Rückweg hat sich noch keiner beschwert.“
Am Ende des Irrwegs wartet ein zauberhaftes Märzenfräulein, das auffallend viel über seine Rettung und erstaunlich wenig über seine Vergangenheit erzählt. Dazu ein sagenhafter Schatz und ein schwarzer Pudel mit einem Schlüssel im Maul. Wer hier „Sitz!“ sagt, sollte damit rechnen, dass der Hund dasselbe von ihm erwartet.
Bald wird klar: Diese Nacht verlangt mehr als starke Arme und gute Absichten. Manche Türen lassen sich nicht eintreten. Manche Geschichten haben einen entscheidenden Satz zu wenig. Und nicht alles, was glänzt, möchte man hinterher mit nach Hause nehmen.
Zum zehnjährigen Jubiläum des Sagenhaften Dinners lassen Melanie Gallien und Adolf von Buron die Allgäuer Sagenwelt auf die Gegenwart los. In einem frei erzählten Abenteuer verbinden sie geheimnisvolle Überlieferungen mit musikalischem Kabarett, Allgäuer Wortwitz und Figuren, denen zwischen all dem Schabernack überraschend menschliche Gefühle in die Quere kommen.
Dazu servieren die Gastgeber ein Vier-Gang-Menü bei Kerzenschein. Während in der Märzenburg die Nerven blank liegen, dürfen die Gäste entspannt genießen. Die gefährlichen Aufgaben übernehmen schließlich andere.
Die alten Sagen sind zurück.
Die Helden sind bereit.
Nur der Pudel hat noch nicht zugesagt.
Die Veranstaltungspreise gelten pro Person für das Menü inklusive Entertainment. Zusätzliche Leistungen sind beim jeweiligen Restaurant ausgewiesen.
Reservierungen und Tickets im jeweiligen Gasthof.
Vegetarische Alternativgerichte bitte direkt mit dem jeweiligen Gasthof abstimmen.

